Montag, 16. Januar 2017

Warum ich keinen perfekten Sex habe – und das auch gar nicht will

Eine der besten Nächte meines Lebens begann wie eine schlechte Komödie: Manuel und ich waren heftig verliebt. Als er von einem Kongress zurückkam, konnte ich es kaum erwarten, ihn wiederzusehen – und endlich mit ihm zu schlafen. Wir gingen essen, später legten wir uns in mein Bett, teilten uns Wein, zogen uns aus – doch kurz, bevor wir es tun wollten, verabschiedete sich seine Erektion.

Er war enttäuschter als ich. Wir hatten doch noch die ganze Nacht Zeit – und hoffentlich auch noch viele weitere, sagte ich. Langsam begannen wir, uns wieder zu streicheln, und beim nächsten Versuch klappte alles. Bei Kerzenlicht sahen wir uns in die Augen und begannen, Liebe zu machen – ein Ausdruck, den ich sparsam verwende, doch diesmal war es genau das.

Leider spürte ich schon nach 30 Sekunden einen Schmerz auf meinem Schenkel. Ich ignorierte es erst, spürte es aber bald wieder. Dann sah ich, dass auch Manuels Gesicht sich vor Schmerz verzog. Die verdammte Kerze tropfte von meinem Hängeregal auf uns herab. Es tat zu weh, um weiterzumachen.

mehr:
- Warum ich keinen perfekten Sex habe – und das auch gar nicht will (Livia Augustin, bento, 11.01.2017)

perfekter Sex {0:12}

Newsserver aktuell
Veröffentlicht am 03.01.2013


Was passiert, wenn Menschen ein Fahrrad aus dem Kopf zeichnen sollen

Ein Designer hat aus den Skizzen am Computer unmögliche Fahrräder konstruiert.
Gianluca Gimini hat seit sieben Jahren ein Hobby: Er bittet Freunde und Unbekannte, ein Männerfahrrad zu zeichnen. Einfach so, aus dem Kopf. Stift und Papier hat er dabei. Einige schaffen das ganz gut – aber die meisten wissen nicht, wie ein Fahrradrahmen genau konstruiert ist.

Manchmal fehlen wichtige Verbindungsteile und das Rad würde sofort zusammenklappen, wenn sich jemand draufsetzen würde. Andere Entwürfe sind vielleicht nicht sinnvoll, sehen aber rasant aus. Mittlerweile hat Gianluca Gimini 376 solcher Fahrrad-Zeichnungen gesammelt.

Einige besonders interessante Zeichnungen hat er jetzt am Computer in realitätsnahe Montagen übersetzt. Velocipedia nennt er sein Kunstprojekt.

zur Bilderstrecke:
- Was passiert, wenn Menschen ein Fahrrad aus dem Kopf zeichnen sollen (Ole Reißmann, bento, 17.04.2016)

Design & Art : Velocipedia the unusual bike shape by Gianluca Gimini {2:06}

ExoCycle
Veröffentlicht am 12.04.2016
bologna-based designer gianluca gimini conducted an experiment by asking friends, family and total strangers, to draw a men’s bicycle by heart using just a pen and a sheet of paper. some accurately remembered a bicycle’s frame design, but others drastically varied.

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Studie: Eltern verbringen doppelt so viel Zeit mit ihren Kindern wie vor 50 Jahren

Zwischen Vollzeitjob und dauerndem Blick aufs Smartphone bleibt Eltern heute weniger Zeit für ihre Kinder als früher - so das gängige Klischee. Eine Studie zeigt: Das Gegenteil ist der Fall.
Eltern verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als noch vor rund 50 Jahren. Mütter widmen ihnen fast doppelt so viel Aufmerksamkeit wie noch 1965, heißt es in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift "Psychologie heute". Die Dauer stieg demnach von 54 auf 104 Minuten pro Tag. Väter erhöhten ihre Kinder-Zeit sogar noch stärker - auch wenn sie deutlich unter dem Mütterpensum bleiben.

Seit 1965 vervierfachten Väter ihre Kinder-Zeit: Statt 16 Minuten widmeten sie dem Nachwuchs jetzt im Schnitt täglich 59 Minuten, heißt es in dem Artikel, der sich auf eine Studie der Universität von Kalifornien in Irvine aus dem vergangenen Jahr beruft.

Die Forscherinnen Giulia Maria Dotti Sani und Judith Treas hatten dazu Daten aus elf westlichen Ländern wie Kanada, den USA, Dänemark, Frankreich und Deutschland von rund 122.300 Müttern und Vätern mit mindestens einem Kind unter 13 Jahren von 1965 und 2012 ausgewertet. Eltern hatten dazu in Tagebüchern ihre täglichen Aktivitäten dokumentiert.

mehr:
- Eltern verbringen doppelt so viel Zeit mit ihren Kindern wie vor 50 Jahren (SPON, 13.01.2017)
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"Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!"

Matthias Becker ist Männerbeauftragter von Nürnberg, wird aber aus ganz Deutschland angerufen: Von Männern, die geschlagen werden, ihre Kinder nicht sehen dürfen oder vom Chef angepöbelt werden. 
 Zur Person: 
Matthias Becker, Jahrgang 1964, ist als Sozialpädagoge seit vielen Jahren in der Jungen- und Männerarbeit tätig und lehrt an Hochschulen über Männerfragen. In Nürnberg ist seine Stelle als "Ansprechpartner für Männer" im Büro der Frauenbeauftragten angesiedelt.
mehr:
- Der Männerversteher: "Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!" (Lena Greiner im Interview mit dem Nürnberger Männerbeauftragten Matthias Becker, SPON, 12.01.2017)

Montag, 2. Januar 2017

Traumatisierung: Der schwere Weg zurück ins Leben

Wie geht man mit den traumatischen Folgen eines Anschlags um? Die Karikaturistin Cathérine Meurisse überlebte das Attentat auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Im Interview spricht sie über ihren schweren Weg zurück ins Leben
mehr:
- „Wir Überlebenden teilen eine schmerzhafte Einsamkeit“ (Thomas Hummitzsch interviewt Cathérine Meurisse, Cicero, 22.12.2016)

Je suis Charlie, je suis Paris HD Doku Arte [50:17]

RetroBit
Veröffentlicht am 07.01.2016

"Charlie Hebdo", Hyper Cacher, das verhinderte Attentat im Thalys Brüssel-Paris und die Selbstmordattentate am Stade de France und im Zentrum von Paris: Aus "Je suis Charlie" wird "Je suis Paris", erstmals zielt der islamistische Terror auf Zivilpersonen und nicht auf symbolische Einrichtungen. Hat das Terrornetzwerk Helfershelfer in ganz Europa?
Nach dem tragischen Attentat vom 7. Januar 2015 wurde die französische Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ weltweit zum Symbol für Meinungsfreiheit. Die islamistischen Terroristen trafen genau ins Zentrum der Meinungsfreiheit, welche dem Westen genauso heilig ist wie der Prophet Mohammed vorgeblich ihnen. Das Attentat auf „Charlie Hebdo“ führte zu einer immensen, so noch nie dagewesenen Mobilisierung. JE SUIS CHARLIE ist in aller Munde. Zehn Monate später erschüttert die Terrornacht vom 13. November 2015 erneut die französische Hauptstadt. Diesmal haben die Terroristen nicht mehr ein Symbol im Visier, sondern die Pariser Jugend, die sich an diesem Freitagabend im Stade de France, in den Cafés und Restaurants der Hauptstadt und in der Konzerthalle Bataclan versammelt hatte. Europa ist erschüttert, Trauer, Entsetzen aber auch wieder weltweite Solidarität: JE SUIS PARIS ist der neue Slogan, das Brandenburger Tor in Berlin, das New Yorker One World Trade Center erleuchten in den französischen Nationalfarben. Wie konnte es zu einer solchen Radikalisierung kommen? Wie hat sich die Strategie der islamistischen Terroristen verändert, welche Auswirkungen haben der Terror und der Kampf gegen den Terrorismus auf unsere Gesellschaft? Welche Antworten halten Politik und Zivilgesellschaft bereit? Wie beeinflussen die Attentate internationale Koalitionen im Syrien-Krieg, und welche Auswirkungen haben die Terroranschläge auf die Flüchtlingskrise? Benoît Bertrand-Cadi gibt den Überlebenden von „Charlie Hebdo“ das Wort und analysiert im Gespräch mit Terror-Experten, Politikern, Philosophen und Journalisten aus ganz Europa die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft. Origin: ARTE Land: Frankreich Jahr: 2015 Tonformat: Stereo Bildformat: HD, 16/9
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Sonntag, 1. Januar 2017

Freitag, 30. Dezember 2016

Eine neue Art politischen Denkens… von Foucault zu Eribon

Geistesleben Didier Eribon war der Intellektuelle des Jahres 2016. Er steht für eine neue Art politischen Denkens 

Didier Eribon besucht Berlin, und alle kommen. Vom Charlottenburger Bildungsbürger über den Neuköllner Hipster bis zum autonomen Aktivisten. Schaubühne, taz-Café, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Hebbel am Ufer, vier Veranstaltungen in fünf Tagen, jedes Mal sind die Reihen voll: der Eribon-Effekt. 

Aber während sein in Deutschland sehr erfolgreiches Buch Rückkehr nach Reims von dem Zusammenspiel von autobiografischer Erzählung und soziologischer Analyse lebt, versteckt sich der Franzose als Person auf der Bühne lieber hinter dem Habitus des Berufssoziologen. Als Redner ist er zugleich ausschweifend und scheu. Alle Versuche der Moderatoren, ihm packende persönliche Anekdoten zu entreißen – „Wie war Foucault als Mensch? Haben Sie wieder Kontakt zu Ihren Brüdern?“ –, laufen ins Leere. Die Hoffnung, dass hier einer nicht nur aktuelle Konflikte analysiert, sondern sie auch selbst anschaulich verkörpert, wird enttäuscht. Eribon doziert, trägt eben die Thesen aus seinem Buch vor – und verweigert die Rolle des „Leibhaftigen“, die Aufführung des charismatisch herumpolternden Intellektuellen, auf den das Publikum in diesen aufgeheizten Tagen so dringend zu warten scheint.
mehr:
- Scham und Haltung (Peter Rehberg, der Freitag, 21.12.2016)

European Angst - Didier Eribon & Heinz Bude im IPW | 12.10.16 [1:08:31]

Pierre Werner
Veröffentlicht am 22.11.2016
Am 12. Oktober 2016 diskutierten im IPW zwei der renommiertesten Soziologen Europas, Didier Eribon und Heinz Bude, warum nationalistische und euroskeptische Parteien im Aufwind sind und wieso sich immer mehr Bürger verlassen, bevormundet oder übergangen fühlen.


Didier Eribon | Warum die Arbeiterklasse nach rechts rückt [13:01]

MarcGold - Der Nachhaltigkeitskanal
Veröffentlicht am 05.12.2016

Didier Eribon: Warum die Arbeiterklasse nach rechts rückt Deutschlandradio Kultur | Sein und Streit | 04.12.2016 Der französische Soziologe Didier Eribon beschäftigt sich in "Rückkehr nach Reims" mit der Frage: Warum wählen große Teile der Arbeiterschaft nicht mehr links sondern rechts? Er hält die linke Elite für mitverantwortlich: Diese habe den Klassenbegriff eliminiert - die Rechte besetze nun diese Thema. Die französische Linke hat den Klassenkampf abgeschafft Eribon sieht die Ursache vor allem bei der französischen linken Elite: Wenn man sich die französische – eigentlich die gesamt europäische Sozialdemokratie – der vergangenen Jahre anschaue, dann werde deutlich, dass diese, zusammen mit den Intellektuellen an Universitäten versucht hätten, "die Notion von Klassen abzuschaffen, das Vokabular abzuschaffen. Und das hat, meiner Meinung nach, dazu geführt, dass wir heute ganz andere Entwicklungen haben." Es sei wichtig, dieser sozialdemokratisch-intellektuellen Negierung von Klassenkampf etwas – eine neue intellektuelle Analyse - gegenüberzustellen, worüber man zu einer neuen Wahrnehmung sozialer Realitäten finde. "Die linke Sozialdemokratie hat in gewisser Weise etwas eliminiert, was jetzt von Rechts für sich beansprucht wird." Früher, während seiner eigenen Kindheit, stand der Begriff "wir Arbeiter" für die gemeinsame Opposition gegen kapitalistisch-bourgoise Fabrikbesitzer. "Wenn heute in meiner Familie von ‚wir Arbeiter‘ gesprochen wird, dann richtet sich das gegen Einwanderer und gegen politische Eliten", sagt der Soziologe. Front National bedient die Bedürfnisse Und leider müsse man feststellen, dass in dieser Situation die Front National als einzige Partei in Frankreich den Eindruck vermittle, als sie wolle etwas im Interesse der Arbeiter tun. Die regierenden Sozialisten hätten durch einige Gesetzesänderungen leider genau das Gegenteil signalisiert und getan. Die Folge: Bei den letzten Regionalwahlen hätten 51 Prozent der Arbeit Front National gewählt. Es sei eben kein Naturgesetz, dass die Arbeiterklasse automatisch links wähle. Im übrigen, betonte Eribon, müsse auch mit einigen anderen Mythen aufgeräumt werden – wie etwa dem, dass man die Arbeiterklasse automatisch für ihren aufrechten Kampf um soziale Gerechtigkeit für alle Zeit lieben müsse. So habe er bereits als Jugendlicher die Erfahrung gemacht, dass "aus dieser Klasse auch Rassismus, Homophobie und Sexismus kamen." Didier Eribon: Rückkehr nach Reims Suhrkamp edition, Berlin 2016 240 Seiten, 18 Euro

Dokumentation: Foucault gegen Foucault [HD] [53:18]

3mi
Veröffentlicht am 20.06.2014

Mit seinen desillusionierenden Gesellschaftsanalysen wurde Michel Foucault zu einem der bedeutendsten und umstrittensten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Foucault starb vor 30 Jahren, am 25. Juni 1984, im Alter von 57 Jahren an Aids. Zum 30. Todestag zeigt ARTE ein Porträt, das Foucaults unglaublich vielseitiges, in nur 20 Jahren geschaffenes Werk sowie seine Zeit beleuchtet. Origin: ARTE F Land: Frankreich Jahr: 2014 Als Live verfügbar: ja Tonformat: Stereo Bildformat: HD, 16/9 Arte+7: 18.06-25.06.2014 (Quelle: http://www.arte.tv/guide/de/050573-00...) - no copyrightinfrigdement intended, for noncommercial purposes only. contact me, if i should remove this video.

Die Wahrheit der Lüste. Zur Philosophie von Michel Foucault [43:44]

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Veröffentlicht am 24.05.2012
Eine Dokumentation über Michel Foucault von Hanns-Christoph Koch und Jochen Köhler aus dem Jahr 1991.


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  • Foucaults Denken wird von Marxisten – wohl auch wegen Foucaults Kritik am Marxismus – einer Logik des fortgeschrittenen Kapitalismus zugeschrieben.[30] Gleichzeitig kritisierte man, er stelle das kritische Denken durch ein fiktionalistisches Festschreiben subjektiven Erkennens, also durch Ununterscheidbarkeit, in Frage.
  • Nach dem Erfolg von Die Ordnung der Dinge attackierte Jean-Paul Sartre in einer aufsehenerregenden Rezension Foucault. Sartre, der sich als Vertreter des Existenzialismus dem Humanismus gegenüber verpflichtet sah, richtete seine Kritik auf Foucaults Absage an den Humanismus. Aus der Perspektive Foucaults ist der Humanismus im 20. Jahrhundert theoretisch unfruchtbar und praktisch-politisch - im Osten wie im Westen - eine reaktionäre Mystifikation. Insbesondere im Erziehungssystem schneide er den Menschen von der Realität der technisch-wissenschaftlichen Welt ab.[31] Zu beachten ist dabei allerdings, dass Foucault bei seiner Kritik weniger den Humanismus an sich, sondern eher die Humanwissenschaften in den Fokus nahm.[31]
  • In der Foucault-Habermas-Debatte sieht der Philosoph Jürgen Habermas Foucault in der Tradition einer radikalen Vernunftkritik, die von Nietzsche ausgehend zu den französischen Neostrukturalisten führe. Foucaults Machttheorie verfange sich dabei in unauflösbare Selbstwidersprüche.[32]
  • Der Linguist, Sozial- und Sprachphilosoph Noam Chomsky, der wie Foucault über die französische Grammatik und Logik der Barockzeit gearbeitet, gleichartige Themen der politischen Philosophie behandelt hatte und mit diesem u. a. 1971 eine Fernsehdebatte über Anthropologie führte,[33] gestand Foucault zu, noch der verständlichste und gehaltvollste der französischen Poststrukturalisten und Postmodernisten zu sein; jedoch seien weite Teile seiner Arbeiten unklar, falsch oder wiederholten nur in prätentiöser rhetorischer Aufbereitung bereits bekannte, eher triviale Gedanken und Forschungsergebnisse anderer.[34]
  • 1998 belegte der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler Foucault und sein Werk mit harscher Kritik.[35] Wehler sieht in Foucault einen schlechten Philosophen, der sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu Unrecht großer Resonanz erfreue. Seine Arbeiten seien nicht nur in ihren empirisch-historischen Aspekten unzulänglich, sondern auch an zahlreichen Stellen von begrifflichen Konfusionen und inneren Widersprüchen durchzogen. Auch leide Foucaults Werk unter einem Frankozentrismus, was schon daran erkennbar sei, dass Foucault die Arbeiten zentraler Theoretiker der Sozialwissenschaften wie Max Weber und Norbert Elias nicht zur Kenntnis genommen habe.
An Foucaults Diskurstheorie kritisiert Wehler vor allem, dass sich die Diskurse verselbständigen würden. Subjekte seien aber nicht die Diskurse selbst, sondern die Träger der Diskurse, von denen bei Foucault keine Rede sei. Den Machtbegriff Foucaults hält Wehler für „zum Verzweifeln undifferenziert“.[36] Foucaults These der „Disziplinargesellschaft“ sei überhaupt nur dadurch möglich, dass Foucault keine Unterscheidung von Autorität, Zwang, GewaltMachtHerrschaft und Legitimität kenne. Hinzu komme, dass sich diese These auf eine einseitige Quellenauswahl (psychiatrische Anstalten, Gefängnisse) stütze und andere Organisationstypen wie beispielsweise Fabriken außen vor lasse.
Insgesamt kommt Wehler zu dem Ergebnis, dass Foucault „wegen der endlosen Mängelserie seiner sogenannten empirischen Studien […] ein intellektuell unredlicher, empirisch absolut unzuverlässiger, kryptonormativistischer ‚Rattenfänger‘ für die Postmoderne“ sei.[37]
  • Der Politikwissenschaftler Urs Marti, der 1999 ein Buch über Foucault veröffentlichte, meint, Foucault habe in Anlehnung an Friedrich Nietzsche einen anarchistischen Nihilismus vertreten.[38] Er würdigt aber die „befreienden Impulse“, die von seinem Werk ausgegangen seien, insbesondere seine „archäologisch-genealogischen“ Analysen der Humanwissenschaften und der Aspekte des Regierens.[39] Er sei kein Vertreter der Gegenaufklärung, sondern habe es für absurd gehalten, in der Aufklärung eine Ursache des Totalitarismus zu sehen.[39]
  • Klaus Dörner attestierte Foucault in Bürger und Irre 1969 eine beschränkende Wirklichkeitsstrukturierung. Es sei außerdem unzulässig, alle von der Aufklärung unternommenen Anstrengungen als ideologisch zu verwerfen, da dadurch keinerlei gesellschaftlich verändernde Praxis mehr entwickelt werden könne. Ähnlich argumentierte Sartre, als er Foucault ein fatalistisches Geschichtsbild vorwarf, das politische Praxis unmöglich mache.[40]
  • Foucault wurde auch ein allzu selektiver Umgang mit historischen Daten vorgeworfen, der es ihm erst ermögliche, seine Periodisierungen vorzunehmen.[41]
  • Michel de Certeau hat Foucaults Theorien in zahlreichen Schriften aufgegriffen und sowohl kritisiert, als auch weiterentwickelt. Insbesondere in Die Kunst des Handelns setzt er Foucaults Überwachungs-Konzept einen Fokus auf Alltagspraxis als kreativen Spielraum entgegen, worin sich eine Form von Freiheit formiert, die der soziologischen Forschung genauso wie den Kontrollmechanismen und Überwachern verborgen bliebe.[42]
 [Michel Foucault, Kritik an Foucault, Wikipedia, abgerufen am 30.12.2016]
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siehe auch:
- Geschichte der Psychiatrie: Wahnsinn ist keine Krankheit (Christof Goddemeier, Deutsches Ärzteblatt, 2011)

Americans are stupid and proud of it! (50) In America you have the right to be stupid! [4:59]



Lumea lui Gaita
Veröffentlicht am 01.12.2016
Sam Cooke: - What A Wonderful World Don't know much about history Don't know much biology Don't know much about a science book, Don't know much about the french I took. Don't know much about geography, Don't know much trigonometry. Don't know much about algebra, Don't know what a slide rule is for.


Die Preisfrage lautet:
Wer kommt weiter?
Wo ist weiter?

siehe dazu:

- Hilft Wissen? (Post, 30.11.2014)
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